Edelstahl in Kläranlagen schützt vor Korrosion durch Abwasser

Edelstahl wird aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit bereits seit über fünfzig Jahren in Kläranlagen eingesetzt. Der Hauptgrund dafür ist, dass er nicht ausdünnt und ein Korrosionszuschlag nicht erforderlich ist.

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Spaltkorrosion in Kläranlagen

Insbesondere die Edelstahlwerkstoffe 304 und 316 haben sich sehr erfolgreich in verschiedenen Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen bewährt. Dadurch sind diese während ihrer langen Betriebslebensdauer sehr wartungsarm. Chemische Zusätze sind nicht erforderlich, um die Korrosionsbeständigkeit aufrechtzuerhalten. Auch Belüftungsprozesse führen nicht zu erhöhten Korrosionsraten, wie dies bei Baustahl der Fall sein kann.

Korrosion in Wasser tritt üblicherweise in Spalten auf, beispielsweise an Falten oder Fügestellen einer Platte. Spaltkorrosion ist bei Edelstahl und den Edelstahlgüten 304L und 316L. Chloridgehalte unter zweihundert Parts per Million beziehungsweise eintausend Parts per Million führen dabei nur selten zu Spaltkorrosion. Bei der Planung und Fertigung solcher Anlagen sollten Spalten nach Möglichkeit vermieden werden. Ein weiterer Vorteil von Edelstahl ist, dass auch die Metallauswaschungsraten minimal sind.

Kohlenstoffarmer Edelstahl

Bei Kläranlagen ist es ratsam, kohlenstoffarme Güten (304L und 316L) beim Schweissen zu verwenden und Oberflächenkontaminierungen sowie Anlauffarben zu entfernen. Edelstahl 316L enthält zwei Prozent Molybdän und ist dadurch widerstandsfähiger gegenüber chloridbedingter Korrosion, beispielsweise durch Meerwasser. Damit ist die Güte 316L eine beliebte Wahl für Anlagen der chemischen Verarbeitung. Dies gilt insbesondere auch für Kläranlagen, in denen chemische Bestandteile das Korrosionsrisiko erhöhen können.

Korrosionsschutzeigenschaften

Edelstahl weist eine höhere Korrosionsbeständigkeit als Baustahl auf und bewährt sich auch bei maximaler Wasserströmung. Er bleibt korrosionsbeständig und leistungsfähig. Einer der Gründe dafür ist die dünne Oxidschicht, die sich nach dem Beizen im Stahlwerk bei Kontakt mit Luft bildet. Edelstahl ist resistent gegen mikrobiellen Angriff, der bei anderen Metallen insbesondere in Spalten Korrosion verursachen kann. Edelstahl 316L zeigt ausgezeichnete Eigenschaften unter korrosiven Bedingungen, beispielsweise bei stark korrosiven Schadstoffen wie Chloriden, Ammoniak oder Natriumhydroxid.

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316L Edelstahl und Korrosionsschutzeigenschaften

Spaltkorrosion oder Sauerstoffkonzentrationszellenkorrosion entsteht durch hohe Chloridkonzentrationen und sehr niedrige pH-Werte. Es ist bekannt, dass Spaltkorrosion bei Edelstahl 316L in Gewässern mit einem Chlorgehalt unter eintausend Parts per Million unwahrscheinlich ist. Bei Edelstahl 304 tritt Spaltkorrosion in Gewässern mit Chloridgehalten unter zweitausend Parts per Million nur selten auf. Wird daher ein Chloridgehalt von über zweihundert Parts per Million festgestellt, empfiehlt sich die Verwendung von Edelstahl 316L anstelle von Edelstahl 304. Dadurch werden zusätzliche Korrosionsschutzeigenschaften für Anwendungen in der Abwasserindustrie erreicht.

Minimale Metallzersetzung

Edelstahl kann stark korrosive Flüssigkeiten bei minimalem Metallverlust oder Materialabbau aufnehmen. Edelstahl 316L hat sich aufgrund seines höheren Molybdängehalts gegenüber anderen Edelstählen als besonders widerstandsfähig gegen mikrobiologisch beeinflusste Korrosion erwiesen.

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Niedrigere Kosten beim Bau von Kläranlagen

Biofilme, die sich in Kläranlagen bilden, können die Bildung von Manganoxiden erhöhen. Diese können korrosiv auf Edelstahl wirken und Lochfrass sowie Korrosion verursachen. Die Kontrolle der Korrosion durch anodischen oder kathodischen Schutz ist eine weitere Möglichkeit, die Kosten der Korrosion zu reduzieren. Es ist sinnvoll, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Korrosion zu berücksichtigen und eine höherwertige, kohlenstoffarme Edelstahlgüte zu wählen. Dadurch lassen sich die Auswirkungen in Kläranlagen reduzieren, ihre Lebensdauer verlängern und gleichzeitig die Kosten senken.

Materialverfügbarkeit

Bei Montanstahl sind alle unterschiedlichen Abmessungen von strukturellen Standardprofilen wie Winkelprofile, U-Profile, Träger und T-Profile sowohl in 304 als auch in 316L verfügbar.
Für hochkorrosive Umgebungen können spezielle Profile aus Sonderlegierungen wie Duplex oder Superduplex sowie aus hochlegierten Güten wie 904L oder 254 SMO gefertigt werden. Dadurch kann Trinkwasser aufbereitet werden, ohne dass Verbraucher Allergien durch Weichmacher wie Bisphenol A befürchten müssen.

Last update: 28 Sep. 2026

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